Samstag, 5. Januar 2019

Sehnsucht

Das neue Jahr ist noch so jung und je mehr Tage ins Land ziehen umso größer wird meine Sehnsucht nach den Bergen. Nach diesem Gefühl, der Leichtigkeit und der Ruhe, die ich ausnahmslos beim wandern fühle. Nach der Freiheit und Weite, die mit jedem Atemzug in meine Lunge strömt. 

Dieses Körpergefühl, welches sich nach 10 gelaufenen Kilometern einstellt, in dem Wissen, dass man sicher die Hälfte des Weges noch vor sich hat ... es ist doch unbeschreiblich - da kann ich in meinem Wortfundus wühlen, wie ich will.
Alles, was mich aufwühlt, beunruhigt, beschäftigt, aufkratzt - mit jedem gelaufenen Kilometer wird es weniger - ganz von selbst. Ich brauche nur gehen und atmen, sonst nix. Wenn ich nicht reden mag, dann muss ich nicht. Und wenn ich nicht nachdenken mag, dann muss ich das auch nicht. Die Frage, ob ich den Weg schaffe - die stellt sich nicht. Es gibt keine andere Option als zu gehen. Einfach gehen.
Wenn ich 2018 etwas gelernt habe, dann war das zu 99.9% bei unseren Wanderungen. Wieviele es waren, weiß ich gar nicht so genau - aber so um die 20 werden es ziemlich sicher gewesen sein. Und wenn ich davon ausgehe, dass wir bei den ca. 20 Wanderungen pro Wanderung um die 20 Kilometer gelaufen sind - dann macht das 400 Kilometer für 2018. 400 Lern-Kilometer. 400 Ich-Kilometer. 400 Wir-Kilometer. 

400 erlebte Kilometer. Die waren in keiner Zeitschrift, keinem Ratgeber, keinem Artikel und keinem Buch. Und sie waren nicht im Internet. Weder in Blogs und noch weniger auf Instagram.
~ Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit ~
Soren Kierkegaard

Gerade meine viele Nutzung von Instagram ist etwas, dass ich für 2019 nicht mehr möchte. Es ist Fluch und Segen zugleich - in der letzten Zeit aber definitiv ersteres. Das eintauchen in fremde Leben verklärt meinen Blick auf mein eigenes.
Was ich auch auf den ge(h)lebten Kilometern gelernt habe, ist, wie wenig ich brauche. Und was ich nicht brauche. Ich brauche vermutlich bis 2059 kein neues Kochbuch mehr und auch kein biologisch-veganes-fairtrade-superduperökologisches Deo. Wenn ich alles, was ich schon zu Hause habe, auch einmal verwenden bzw. aufbrauchen würde - ich glaube, ich könnte sogar bis Jänner 2020 nur von meinen Vorräten leben (vermutlich nicht nur ich - sondern auch der Held und ein paar größere Familienessen wären auch noch drinnen). 

Und ich brauche keine Instagramposts mehr in dem Moment erstellen, wo ich wirklich gerade unendlich in die Ferne blicken könnte. Wo der Held neben mir sitzt und mich die Sonne auf der Nase kitzeln würde, wenn ich nicht selbige gerade ins Smartphone stecken würde.
Ich glaube - für mich - ich kann das mein Leben nur fühlen, wenn ich nicht in 398 anderen herumscrolle. Jeden Tag. Ganz oft. 

Achso. Die Sehnsucht. Nach den Bergen. Und der Weite. Nach dem Gefühl. Nach der Einfachheit. Der Leichtigkeit. Nach diesem Ort, an den ich im letzten Herbst mein Herz verloren hab.
Deswegen werden wir unseren Hochzeitstag Anfang April dort verbringen. Und weitere 6 Tage noch dazu. Und davor hoffentlich auch schon einige Kilometer auf das Wanderglückskonto schreiben können.

Denn das macht mich glücklich. So richtig. Mich. glücklich.

Kommentare:

  1. Dein Glücksrezept finde ich wirklich toll. Man spürt es aus jedem deiner Worte heraus.
    Darum viel Glück mit auf die langen und spannenden Wanderwege!
    Alles Liebe,
    Brigitte

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  2. Ein herzwärmender Post - vielen Dank liebe Nima. Ich wünsche Dir und Deinem Helden ganz viel Wanderglück für 2019 und natürlich anderes auch! Mit lieben Grüßen, Christine

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  3. Mir geht es im Alltag im Kleinen so, einfach laufen, möglichst viel zu Fuß erledigen, da kann ich wunderbar bei nachdenken, es entschleunigt mich sehr.
    Euch ein schönes Wanderjahr in 2019
    Lieben Gruß von der Maus

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  4. Wunderschön geschrieben. 💞 Weniger Instagram wäre auch ein Ziel von mir. Habe mir schon überlegt die App für eine Zeit vom Handy zu löschen. Mal schauen. Dein Beitrag regt mich jedenfalls dazu an. DANKE und ein schönes Wochenende.
    Liebe Grüsse aus den Bergen.
    Paula

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  5. Deine Worte könnten so von mir zu 100% übernommen werden. Du hast es ganz treffend beschrieben und ich wünsche dir und deinem Helden noch viele Kilometer und dabei beglückende Momente. Es gibt ein kleiner Unterschied, ich hatte nie Instagram, Twitter oder FB. Doch ich wünsche mir für dieses Jahr (wenn ich wieder gesund bin) auch viele Wanderungen, denn das macht mich glücklich, oder wie du so schön schreibst, ich finde dafür im Moment nicht die richtigen Worte dafür. Sehnsucht pur.....eben.
    Alles Liebe und eine wunderbare Woche dann mit deinem Helden im Mostviertel.

    Brigitte

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  6. ich versteh dich gut und bin ganz bei dir! Ich benutze instagram, fb etc. nicht, aber insgesamt das Reduzieren ist auch bei mir ein Thema.
    Genau wie du könnte ich lange von den zu Hause vorhandenen "Schätzen" aller Art leben. Seit ich zB. meine Kosmetik selbst rühre, sehe ich erst, was für Unnötiges ich angesammelt habe. Wegwerfen ist natürlich keine Option, aber sukzessive verbrauchen.
    Und was du übers Wandern schreibst... ja, da geht auch mein Herz auf! In den letzten Monaten kam bei uns das Arbeiten im Wald dazu, das ist genauso schön wie Wandern!
    Ich wünsche euch ein gutes neues Jahr, lg

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  7. Wunderbar klingt das liebe Nima!! Ich wünsche Euch noch viele schöne Wanderstunden♥♥♥

    Herzlichst
    Kerstin

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  8. Da habt ihr ganz schön was erlaufen im letzten Jahr und könnt stolz auf euch sein!
    In der Natur kann man mal so richtig abschalten und den Alltag vergessen!
    Ein schönes neues Wanderjahr wünscht dir
    Kristin

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  9. Das ist ein wunder- wunderschöner Post nima! Ehrlich und echt!!
    Und ich kann dir dieses Gefühl so gut nachfühlen.... diese innere Unzufriedenheit, weil man - auch wenn der Verstand einem eh anderes sagt - sich von den tollen IG Bildern anderer so täuschen lässt und denkt, die sind alle immer glücklich, unternehmensfreudig (und schön noch dazu *lach*), nur bei einem selber haut das nicht hin.
    Echt deppad eigentlich.
    Aber du hast einen guten Ansatz gefunden! Heut hab ich übringes eine Seite über Winterwanderung im netz gefunden (Wiener Alpen), wenn du willst, schick ich dir den link.

    Alles Liebe Babsy

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  10. sehr schön geschrieben liebe Nima!!!!
    bin so froh, dass ich vom Instagram ganz weg bin und ich bereue es nicht
    ich genieße die Zeit lieber mit meiner Familie!!!
    Alles Liebe für das 2019 Jahr
    Liebe Grüße
    Karina

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  11. So schöne Bilder ! Ja Sehnsucht, ich brauche die Natur, den Wald und irgendwann möchte ich auch mal wieder in die Berge. Da war ich zuletzt als Kind.
    Ja Vorräte -räusper-:-), hab mir auch (wieder mal) vorgenommen erst mal zu verbrauchen, keine neues Gewürz, kein Tee, keine Kerzen.....ich befürchte, das halt ich eh nicht durch. Aber wäre wohl mal heilsam ;-)
    Liebe Grüße

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  12. Liebe Nima,
    ich wünsche euch ein frohes, gesundes Neues Jahr mit ganz vielen schönen Wanderungen. Deine Sehnsucht nach den Bergen kann ich gut verstehen. Die Fotos sind herrlich.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  13. Liebe Nima,
    DANKE für diesen wunderschönen und herzerwärmdenen Post! Du hast das so schön geschrieben und die Bilder dazu verdeutlichen das, was Du schreibst!
    Ich wünsche Dir einen guten und sicheren Start in eine schöne neue Woche!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  14. Du machst das schon richtig, liebe Frau Nima !
    Man muss nicht überall dabei sein-auch wenn manche Menschen denken ohne all die vielen Projekte wie Instagram und Co wären lebenswichtig.
    Sind sie aber nicht !
    Ich wünsche dir und dem Helden im neuen Jahr die Gelegenheit für viele tolle und neue Wanderungen.
    Viel Glück auf allen weiteren Wegen
    ♥lichst Jutta

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Vielen Dank für deine Worte ♥
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