Dienstag, 8. Dezember 2015

Warum Weihnachten (m)ein Gefühl ist ♥

Ich glaube, es war letztes Jahr, als ich das erste Mal hier am Blog erwähnte, dass Weihnachten ein Gefühl ist. Seitdem denke ich - mal mehr, mal weniger - darüber nach, warum es mein Gefühl ist. 

Ich glaube, dass es so ist, weil ich das große Glück hatte als Kind immer eine wunderschöne Adventzeit und ein wunderschönes Weihnachtsfest zu haben.


Jeden Adventsonntag haben wir uns auf der Couch versammelt, die Kerzen angezündet und "Und es gab sich ..." von Karl Heinrich Waggerl gehört (die Schallplatten habe ich letztes Jahr erstanden ♥) Und dann wurden Kekse gegessen und es war ruhig ... einfach ruhig und wir waren einfach zusammen. 

Es wurden Briefe ans Christkind geschrieben, die es sich immer vom Fensterbrett geholt hat und es gab immer, immer, immer einen selbstgemachten Adventkalender. Wenn wir in der Winterzeit einen Spaziergang mit meiner Oma machten, dann hat der Christkind immer ein goldenes Haar verloren, welches wir dann gefunden haben - und es ist immer am Fenster vorbei geflogen (auch wenn wir Kinder immmer ein wenig zu spät am Fenster waren, um es wirklich zu sehen).


Am 24. Dezember war dann nach dem gemeinsamen Frühstück unser Kinderzimmer zugesperrt - denn da werkelte das Christkind drinnen. Sehr leise - denn gehört haben wir nie etwas. Am Nachmittag sind wir dann immer mit meiner Oma ins Kino gegangen und meine Eltern mussten sich ein bisschen ausrasten - wir haben nie ganz verstanden, warum sie nicht ins Kino mitgegangen sind. 

Manchmal mussten wir nach dem Kino auch noch spazieren gehen, weil meine Eltern noch nicht fertig waren mit schlafen - das haben meine Schwester und ich noch weniger verstanden. Wie kann man denn bitte am 24. Dezember schlafen wollen?


Aber irgendwann waren sie dann endlich fertig mit schlafen und wir durchgefroren konnten es vor lauter Spannung nicht mehr aushalten. Ich bin immer wieder fasziniert davon, was man als Kind so als gegeben hin nimmt - denn das mein Papa immer gerade dann verschwunden ist, wenn das Christkind das Glöckchen aus dem Kinderzimmer geläutet hat - das war halt einfach so.

Das Geheimnis der Weihnacht besteht darin, dass wir auf unserer Suche nach dem Großen und Außerordentlichen auf das Unscheinbare und Kleine hingewiesen werden.
Verfasser unbekannt

Diese ganze Zeit war einfach magisch - von Wundern und Zauber geprägt und ich glaube, dass war so eine hohe Dosis, dass sie selbst dann noch reicht, wenn ich alt und schrunzelig bin. Spätestens wenn ich mich zum jährlichen Adventkranzbinden aufmache, dann ist es wieder da - dieses Gefühl - mein Gefühl: Weihnachten ♥

Das allereinzigste wovon ich für immer und alle Zeiten ein Trauma haben werde, ist das Kekse backen - aber das ist eine andere Geschichte.

Kommentare:

  1. Schön wenn als Erwachsener noch die Kindheitsgefühle aufkommen.
    Aber noch schöner zu wissen dass unser Erlöser geboren ist.
    Ich wünsche dir eine besinnliche Advents Zeit.
    LG Hannelore

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  2. So schöne Kindheitserinnerungen! Und ja, du musst wohl Recht haben, man zehrt daran noch Jahrzehnte später. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber wenn ich an meine Kinderweihnachten (also zumindest solange meine Mama noch lebte, danach habe ich die Erinnerungen ausgelöscht) denke, dann wird mir ganz warm im Bauch.
    Alles Liebe und hab noch eine schöne Adventszeit, Babsy

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  3. Aaahhh Waggerl, das haben wir immer beim Mozatkugelrollen gehört...
    Super, dass du es auch kennst!!!
    Annette

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  4. Es ist toll wenn so ein schönes Gefühl aus Kindheit bleibt...Ich hatte es lange nicht, weil bei uns Weihnachten nicht so groß gefeiert wurde. Aber jetzt mit Kindern ist es wieder toll!
    Liebe Grüße,
    Lee

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  5. Ich finde es richtig klasse das du die schöne Kindheitserinnerung behalten hast!
    LG Sonja

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  6. Das ist wirklich ganz wunderbar. Da ist es kein Wunder, dass du so ein Weihnachtsmensch bist.
    Liebe Grüße
    Sabine

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  7. liebe Nima,
    so schön zu lesen, und ich glaube auch, dass man von den Schätzen der Kindheit ein Leben lang zehrt, man muss sie nur gut behüten, dann kann man sie- besonders auch in schweren Zeiten- wieder hervor holen und es wird einem wortwörtlich wieder warm um`s Herz...

    eine feine, zweite Adventswoche wünsch ich Dir,

    Kati

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  8. Wow, deine Kindheitserinnerungen decken sich haarscharf mit meinen. Es ist wirklich schön, wenn einem die Eltern so tolle Momente bescheren. Leider ist das nicht in allen Familien so.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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  9. Eigentlich war ich nie ein Weihnachtsfan - in der Familie war es immer hektisch und stressig und es gab mehr Streit als Zimtsterne ;) Die Menschen um mich herum waren auch immer eher gehetzt und nervös und alles in allem fand ich Weihnachten nervig, laut und überflüssig.

    Erst in den letzten Jahren habe ich mich dem Geschenkeshopping-Wahnsinn und der Hektik bewusst entzogen und siehe da...seitdem isses schön ;)

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  10. Eine schöne Geschichte, ich könnte auch eine solche erzählen. Bei uns lief der 24. Dezember immer etwas anders ab, aber auch ich erinnere mich sehr gerne daran zurück.

    Und auch für mich ist die Advents- und Weihnachtszeit die schönste Zeit des Jahres.

    Ganz liebe Grüße zu Dir,
    Kerstin

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  11. Einfach wundervoll, dein Weihnachtsgefühl!
    Ganz ähnlich war es auch bei uns zu Hause damals. Mit einem Wort: schön!
    Herzlich,
    Brigitte

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  12. So schön!
    Ich bin jetzt schon ganz traurig, das wir dieses Jahr nicht in die alte Heimat fahren können. :( Das wird hart. Das erste mal seit 27 Jahren Weihnachten ohne Mama und Oma.
    Glg Dany

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  13. So schöne Erinnerungen, da wird mir auch ganz warm ums Herz.
    Bei uns lief es nicht genauso, aber ganz ähnlich und mit meinen Kindern, obwohl teilweise schon ganz schön groß, mach ich es auch wieder so ähnlich, wie's damals war.
    Ganz liebe weihnachtliche Grüße und ein besinnliches Fest
    Doris

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Und das sagst du dazu...