Dienstag, 5. August 2014

Doch kein neues Bett! {eine Herzensangelegenheit}

Wenn die Vernunft einschläft, erwachen die Dämonen.
Francisco José de Goya

Ich liebäugle seit längerer Zeit mit einem neuen Bett - ein hohes, mit einer dicken dicken Matratze und einem Kopfteil aus Leder - so etwas in der Art - in weiß. Der Held meinte dazu, ich könnte ja mal ein paar Vorschläge bringen und wir stimmen dann gemeinsam ab, welches es werden soll.

Und so durchforstete ich ein wenig das Internet - ich bin da ja immer recht schnell überfordert und treffe deswegen meistens schnell ein Bauchentscheidung. Als ich ein Bett gefunden hatte und auch der Held meinte, dass könnte er sich als neue Schlafstätte vorstellen - wollte ich es nicht mehr.


Unser Bett hatten wir schon in unserer alten Wohnung. Meistens ist es nicht gemacht und sieht genauso aus wie auf dem Foto oben. Lebendig und kuschelig - zum einfach hineinsinken. Man muss keine Angst haben, Falten in das frisch gemachte Bett zu machen - denn die sind immer drinnen. Aber das ist es nicht - das lässt sich auch mit einem neuen Bett recht schnell anstellen.

Unser Bett ist kein besonderes Bett - ich hab es schon auf so vielen Blogs wiedererkannt - und doch - für mich ist es einzigartig.


Unser Bett ist das Bett, in dem wir schon mit dem großen Wolf geschlafen haben. Viele, viele glückliche Nächte und endlos andauernde ängstliche Nächte. Es war der Ort, an dem wir mit ihm rumgetobt haben und er sich immer wieder zwischen uns geschummelt hat - still und leise, wie man es für seine Größe niemals vermutet hätte.

Es war der Ort, an dem ich nach seinem Tod lange nicht schlafen konnte - die Stille in unserem Schlafzimmer war mir unerträglich, ständig lauschte ich, ob ich nicht doch seinen Atmen noch hören kann und wenn ich einschlief, dann schrak ich nach kurzer Zeit hoch - nur um immer wieder zu begreifen, dass der Albtraum Wirklichkeit geworden war.

Es ist das Bett, in dem wir zu dritt schliefen, dann zu viert und jetzt allein zu zweit. Der kleine Wolf schläft nicht mehr in unserem Bett, seitdem der große Wolf fort ist. Das ist einfach so - keiner weiß genau warum. Er schläft nun meistens auf der weißen Couch im Arbeitszimmer und so wie der Held und ich Akzeptanz zu diesem Thema verlangen - so bekommt sie auch der kleine Wolf von uns. Unsere Schlafzimmertür steht immer offen - für den Fall, dass er doch eines Tages wieder zu uns kommen möchte...


Unser Bett erinnert mich aber vorallem an unwiederbringliche Momente - wie diesen hier. In diesem Bett fühle ich mich dem großen Wolf manchmal ganz nahe. Und das bin ich nicht bereit aufzugeben, jetzt nicht, vielleicht irgendwann einmal oder auch nie - muss ich auch nicht. Zum Glück.

Wenn du das Ende von dem erreicht hast, was du wissen solltest, stehst du am Anfang dessen, was du fühlen solltest.
Khalil Gibran

Kommentare:

  1. Ich verstehe dich nur zu gut *drück*
    Liebe Grüße
    Sabine

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  2. Hallo Nima,
    das kann ich sehr gut nachempfinden, es ist eine
    wahre Herzensangelegenheit, ich könnte mich auch
    von meinem Bett nicht so ohne weiteres trennen, Na gut die Matratzen
    austauschen, das ist klar.
    LG und einfühlsame Bettgeschichten.
    Sadie

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  3. Eben doch ein ganz besonderes Bett! :o)
    Ein neues Bett wäre erst mal ein Möbelstück gewesen, ein Objekt, das mit Erinnerungen gefüllt werden muss. Trotzdem würde es nie wieder das sein, was dieses Bett ist...

    Lieben Gruß
    Andrea

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  4. Kann ich gut verstehen. Eben ein ganz besonderes Möbelstück.
    Liebe Grüße
    Armida

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  5. ;o) dann ist es auch genau dein bett und es muß ja kein neues sein...da zeigt sich doch mal wieder, das man manchmal neues sucht und besseres zu hause findet....knuddel, nico

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  6. Das ist doch ein besonderer Grund dieses Bett zu behalten , liebe Nima . :)
    Liebe Grüsse Heike

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  7. mir gefällt euer altes erinnerungsbett ohnedies viel besser!
    liebgrüße
    ingrid

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  8. Liebe Nima, erst einmal noch ganz lieben Dank für deine Anteilnahme. Das tut gut. Und ich kann dich so gut verstehen. DAs wären 1:1 meine Gefühle gewesen. Unser Justin wird 11 und es schnürt mir die Kehle zu bei der Vorstellung, dass er irgendwann nicht mehr bei uns ist. Mir gefällt dies Bett im übrigen auch viel besser. Schönen Tag noch. Lieben Gruß

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Und das sagst du dazu...