Mittwoch, 30. Oktober 2013

Der neue Alltag

Ich habe gelernt, Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann.


Ich habe schon einmal kurz erzählt, dass die Züchterin vom großen Wolf (die ja unsere beiden Wölfe bespaßt während der Held und ich arbeiten sind) vor einiger Zeit umgezogen ist. In ein großes Haus mit großem Garten - mitten auf dem Land. 

Und ca. 60km weit entfernt von Wien. 

Der neue Alltag macht mich müde. Der Wecker klingelt um 5.00 Uhr und ab diesem Zeitpunkt ist der Tag straff durchorganisiert.

Der Held bringt mich ins Büro - da ich Freitags ja frei habe, arbeite ich die 40 Stunden von Montag bis Donnerstag (sprich täglich von 7.00 - 17.00 Uhr). Nachdem ich das Auto verlassen habe, fährt der Held weiter und trifft sich mit der Züchterin in der Nähe seiner Arbeit - morgens nimmt sie uns den Weg von 120km ab. Ich kann in Worten nicht ausdrücken, welch Erleichterung das ist. 


Denn täglich 240km unterwegs zu sein - das würden wir nicht schaffen. 

Nach der Arbeit holt mich der Held ab (auch hier wieder großes Glück: wir arbeiten keine 10 Autominuten voneinander entfernt) und wir düsen aufs Land. Wenn wir einkaufen müssen, geben wir vorher der Züchterin Bescheid, dass es etwas später werden könnte. Einkaufen versuchen wir im neuen Alltag auf einmal die Woche zu reduzieren.

Nach einem kurzen Geplauder, laden wir die Wölfe ins Auto und düsen wieder los. Durchschnittlich sind wir so gegen 19.00 Uhr wieder an der Stadtgrenze - zu diesem Zeitpunkt sind wir schon 14 Stunden auf den Beinen. 


Jetzt noch durch die Stadt schlängeln und ganz stark hoffen, dass wir rasch einen Parkplatz finden. Die Suche kann von 2 Minuten bis zu 30 Minuten dauern - in seltenen Fällen auch noch länger.

Zirka gegen 19.30-20.00 Uhr sperre ich endlich die Wohnungstür auf. Die Wölfe wollen gefüttert werden, das Essen für den nächsten Tag gekocht. Kaffee trinken mit dem Helden möchte ich noch und duschen sollte ich auch noch. Ich gebe es auf, ständig auf die Uhr zu schauen - es ist wie immer eigentlich schon viel zu spät.


Der neue Alltag ist gewöhnungsbedürftig. Wir haben zeitlich gesehen nicht viel Spielraum - mal schnell ein Geschenk besorgen? Hmmm ja - wann? 

An manchen Tagen bin ich furchtbar erschöpft. 

Auch wenn ich dankbar bin - denn nachdem der Held vor längerer Zeit die Meldung bekam, er kann die Wölfe nicht mehr ins Büro mitnehmen, da dieses umzieht, waren wir - harmlos ausgedrückt - verzweifelt. Und dann bot sich die Züchterin an, sie untertags zu nehmen. Einfach so. Und das auch noch ganz in der Nähe von unseren Arbeitsstellen. Damals.


Vieles hätte ich gerne anders - ich hätte die Wölfe gerne 24 Stunden am Tag. Ich möchte sie nicht abgeben müssen - manchmal habe ich ein furchtbar schlechtes Gewissen deswegen.

Aber: Ich habe gelernt, Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann.

Der Held und ich - wir haben uns. Und wir haben die Wölfe. Und das würde ich nie ändern wollen.

Kommentare:

  1. um diesen tagesplan beneid ich dich wirklich nicht! und werde ganz still ... schließlich geh ich nur ein paar schritte in die arbeit. da sollte ich doch zufrieden sein und die freie zeit dankbar nützen.

    lieben gruß und danke für den denkanstoß!

    susi

    AntwortenLöschen
  2. Wie kostbar muss da ein freier Tag, ein Wochenende oder gar Urlaub sein!
    Unglaublich, was Ihr auf Euch nehmt / nehmen müsst.
    Liebe Grüße,
    Maike

    AntwortenLöschen
  3. Das klingt sehr, sehr anstrengend. Und bei so einem durchorganisierten Tagesablauf darf dann nicht viel dazwischenkommen. Vielleicht findet sich ja "irgendwann", zumindest für den einen oder anderen Tag, eine andere "Tagesmutter" oder ein "Tagesvater" etwas näher dran, wo die Fellnasen sich auch wohlfühlen würden.

    Liebe Grüße

    von Birgit

    AntwortenLöschen
  4. Ihr seid schon zu bewundern!
    Ich würde auch nie meinen Hund hergeben, nie und halt dann irgendwie eine Lösung suchen.
    Aber unsere Verhältnisse sind auch total anders und viel einfacher.
    Aber bei euch ist es schon sehr extrem!
    Gibt es denn nicht irgendwo in der Nähe einen "Hundekindergarten"
    Oder vielleicht findet ihr über eine Annonce eine Privatperson, die vertrauenswürdig ist und sich der beiden Wölfe annehmen könnte ?
    Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan!
    Ich wünsche euch weiterhin viel Kraft und Ausdauer, vielleicht kommt noch von irgendwo her eine bessere Lösung, ich würde es euch wünschen.
    Ganz liebe Grüße
    Jutta

    AntwortenLöschen
  5. Wow das ist wahrhaftig ein strikter Zeitplan und ihr hab einen echten Engel der euch mit den beiden Wölfen so lieb hilft.Wo gibt es das heute noch?
    LG
    Nicole

    AntwortenLöschen
  6. puh...das hört sich heftig an...und dann kommst du auch noch zum bloggen und leben...ich ziehe meinen hut vor dir...liebe grüße nico

    AntwortenLöschen
  7. Wahnsinn, was ihr für eure Wölfe auf euch nehmt. Und ihr braucht ganz bestimmt kein schlechtes Gewissen haben, anfangs war ja die Situation eine ganz andere und Hut ab wie ihr euch den wechselnden Situationen angepasst habt und das Beste daraus macht. Ich wünsche euch von Herzen, dass es vielleicht doch noch eine andere Lösung gibt, die weniger anstrengend für euch ist❤️
    Liebe Grüße
    Sabine

    AntwortenLöschen
  8. Liebe Nima,
    das ist ja Wahnsinn was ihr leistet. Schade das die Wölfe nicht mehr mit auf die Arbeit dürfen und die Züchterin dann auch noch wegzieht. Ich drück euch die Daumen das ihr einen guten Hundesitter für die Wölfe in eurer Nähe findet, damit ihr wenigstens nicht mehr so weit fahren müsst. Vielleicht ergibt sich ja mal diese Möglichkeit.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

    AntwortenLöschen
  9. Da habt ihr einen sehr strammen Zeitplan am Tag zu bewältigen . Das du manchmal erschöpft bist , kann ich gut verstehen .
    Liebe Grüsse Heike

    AntwortenLöschen
  10. ein Hundesitter in eurer Nähe wäre da sicher sowas wie ein Hauptgewinn, nicht wahr?
    Ich hoffe für euch das sich das mal bewerkstelligen lässt. Auf Dauer kann man das ja gar nicht stemmen, was ihr da im Moment auf euch nehmt.

    LG
    Willow

    AntwortenLöschen
  11. Was für ein Tag... und das Tag für Tag. Ich bewundere Euch, aber auf Dauer kann das ja wirklich keine Lösung sein, das kann keiner durchhalten. Hoffentlich ergibt sich da irgendwie schnell was anderes.

    Dickes Drückerle, Tanni

    AntwortenLöschen
  12. Wow, um diesen Tagesplan seid ihr echt nicht zu beneiden. Aber ich weiß, was man für seine geliebten Mitbewohner so alles auf sich nimmt. Aber wie Tanni schon gesagt hat: Vielleicht findet sich ja doch eine, für alle Beteiligten, angenehmere Lösung.

    Liebe Grüße,
    Ulli

    AntwortenLöschen
  13. Eine echt schwierige Situation, die ihr meisterlich bewältigt. Ich hoffe aber, es gibt irgendwann eine zeit- und nervenschonendere Möglichkeit.
    Ich halt mal fest die Daumen!
    Liebe Grüsse,
    Brigitte

    AntwortenLöschen
  14. Da habt ihr wirklich nicht ein einfaches Los gezogen... Aber ich verstehe euch auch, wenn ihr diesen Weg nehmt, um euren Wölfen so viel Gutes zu bieten! Ich wünsche euch auf alle Fälle viel Kraft für jeden weiteren Tag, dass ihr vielleicht hoffentlich bald eine andere (praktischere) Lösung findet und dass ihr trotzdem jeden Tag ein paar Minuten Zeit habt, um anzukommen, (Zweisamkeit)Zeit zu geniessen und einfach zu denken, schön dass es die Wölfe und so einen liebe Wolfsersatzmama gibt!
    Liebe Umarmung schickt dir Alizeti

    AntwortenLöschen
  15. Wow was für ein straffer Tagesplan, da darf wirklich nix Unvorhergesehenes dazwischenkommen. Ich verneige mich vor euch, unglaublich was ich da so wegschafft.
    Ganz liebe Grüße
    Bine

    AntwortenLöschen
  16. Du Arme, da ist ja eine freie Minute schon kostbar. Danke, dass du mir trotzdem so viel Freude bringst, wenn ich deine Posts lese. Jetzt bin ich allerdings schon sehr nachdenklich. Hoffe ganz doll für euch, dass sich bald eine bessere Lösung ergibt!
    Liebste Grüße von Pekanali

    AntwortenLöschen

Und das sagst du dazu...

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...