Mittwoch, 25. September 2013

Nein - fair ist das nicht!

Die Urlaubswochenenden verbringen wir ja (wie ihr sicher mitbekommen habt) immer bei der Züchterin vom großen Wolf. Die Züchterin vom großen Wolf ist vor kurzem umgezogen - 60 Kilometer entfernt von Wien und das ist die Strecke, die wir während unserer Arbeitszeit nun mindestens einmal täglich hin- und retour (also 120 Kilometer pro Tag) fahren müssen.

Die Züchterin vom großen Wolf ist ein Typ Mensch, vor dem ich größte Achtung habe. Nicht nur, dass sie unsere beide Wölfe umsonst von Montag bis Donnerstag bespaßt - nein, sie fährt uns auch am Morgen die Strecke entgegen. So müssen wir die Strecke von 120 Kilometer nur einmal am Tag fahren und nicht zweimal. Denn 240 Kilometer und das viermal die Woche zusätzlich - das wäre schon arg viel.

Aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich größte Achtung vor ihr habe. Die Züchterin vom großen Wolf nimmt nämlich auch immer böse, böse Kampfhunde auf, die keiner mehr haben will. 
Aktuell wohnen 9 Hunde bei ihr (keine Angst - sie hat genug Platz und auch genug Zeit) und einer davon ist wieder mal ein Pit Bull, den nach einer Behandlung im Tierspital vom Besitzer einfach nicht mehr abgeholt wurde. Der Wolf ist alt - und taub. 


Seine Nase zeigt die Wunden von Kämpfen. Eine unschöne Vergangenheit. Und als er noch etwas fitter war, hat er die Züchterin vom großen Wolf inkl. aller Besucher und Freunde von hinten angefallen und gezwickt. Aber sie hat nie aufgegeben und so wurde auch dieser Wolf ruhiger und friedlicher.

Und nun ist er krank. Ein großer Tumor wächst auf seiner linken Bauchseite. Er ist dünn - sehr dünn. Und er ist unendlich dankbar - gibt jedem Küsschen und schmust sich an die Seite von demjenigen, der an seiner Seite sitzt.
Jeder Besuch zerreißt mir fast das Herz. Ich bekomme eine Ahnung, wie es enden kann. Man selber ist so hilflos und unsicher. Soll man - soll man nicht? Soll man heute oder morgen? 


Ich sehe meinen großen Wolf zu Hause an und bin so unendlich dankbar - das ich es heute nicht entscheiden muss und (hoffentlich) auch nicht morgen. Es ist nicht einfach und so unendlich unfair! 

Kommentare:

  1. Das liest sich aber wirklich sehr traurig ... obwohl ich finde, dass der Wolf - so schlimm seine Erfahrungen sind, die er machen musste und wie krank er auch sein mag - großes Glück gehabt hat, genau DIESE Züchterin erwischt zu haben. Eine Frau mit so viel Herz, die ihn nicht aufgegeben, sondern gezeigt hat, wie wertvoll er ist. Wie gut, dass es solche wundervollen Menschen gibt. Und ich glaube, sie wird spüren, wenn es an der Zeit ist, dass der Wolf gehen muss ...

    Liebste Grüße an Dich und Deinen großen Wolf,
    Sonja

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  2. Oh je,vor dieser Entscheidung stand ich innerhalb eines Jahres 2 x.Das ist so hart und tut unendlich weh.Auch wenn man weiß das es ein ende gibt und das du es deinem Tier schuldig bist.
    Gut das es deine Wolf Züchterin gibt die die" bösen" Hunde aufnimmt die keiner mehr haben will.
    LG
    Nicole

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  3. Mir kommen die Tränen..... und ich hoffe das ich so eine Entscheidung bei meiner alten Damen nicht treffen muss. Ich wünsche Euch noch viele schöne Tage.

    LG
    Silke

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  4. Ja das ist wohl einer der schwersten Entscheidungen und Gänge im Leben :-( Aber wir haben die Möglichkeit unsere Tiere zu erlösen. Und die Züchterin vom großen Wolf ist eine ganz tolle Frau - sie hat dem "bösen" Kampfhund noch eine sehr schöne Zeit beschert und das zählt wenn er dann irgendwann einschläft. Wir haben unseren ersten Hund zu Hause im Kreise der Familie (die zu diesem Zeitpunkt durch Scheidung eigentlich ja schon keine mehr war) einschläfern lassen. Lucky durfte seinen letzten Atemzug in meinem Arm tun. Das ist unendlich traurig und schwer gewesen und ich hoffe, dass mir dies bei unseren beiden jetzigen Hunden noch lange erspart bleibt. Und euch wünsche ich das natürlich auch.
    Ganz liebe Grüße
    Sabine

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  5. Oh ja, da liegt noch eine harte Wegstrecke vor euch! Aber der grosse Wolf wird bestimmt sehr tapfer sein und mit euch irgendwie human ans Ziel gelangen, doch hoffentlich noch nicht so rasch!

    Liebe Grüsse und gute Wünsche,
    Brigitte

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  6. Das sind schwierige Entscheidungen, wobei ich immer denke ... ein Tier muss nicht leiden, wenn nichts mehr hilft, dann gibt es nur eine Entscheidung, auch wenn sie sehr schwer fällt.
    Ich habe das bei unserer Katze vor Jahren auch durchlebt....es ist ein schwerer Weg und den kann einem keiner abnehmen.

    Liebe Grüße
    Irene

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  7. Eine wirklich schwierige Entscheidung, aber sie gehört zur Tierhaltung leider dazu. Ich kann verstehen, wie schwer es fällt und Deine Züchterin, die bewundere ich auch für ihre Arbeit und ihre Liebe.

    Dickes Drückerle und zwei für die Wölfe
    Tanni

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  8. Hach, fühl dich gedrückt :-) vielen Dank für deine Geburtstagswünsche und lg, Julia

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  9. Wenn man sich entscheidet Tiere zu halten, ist einem bewusst, dass die Lebenszeit, die sie mit einem verbringen können/dürfen, begrenzt ist. Ich bin diesen Weg schon oft gegangen. Jedes Mal frage ich mich, was hat mir mein Tier gegeben und was schulde ich ihm dafür? Die Antwort ist immer: "Einen würdevollen Tod!"
    Loslassen ist schwer... Aber als liebevoller und aufmerksamer Begleiter über die Jahre, weiß man einfach, wenn sich sein Tier verabschieden will...
    Sei gedückt!

    Andrea

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  10. Ich schließe mich hier voll und ganz Andrea´s Worten an. Außerdem hab ich meiner lieben Jenny dieses Versprechen gegeben; Dass ich sie gehen lasse, bevor sie leiden muss! Es wäre meines Erachtens egoistisch von mir! Ich werde mich (und da bin ich mir 1000% sicher) zwar zu diesem Schritt - der hoffentlich noch laaaaaaaaaaange nicht da ist - zwingen müssen.. aber das bin ich ihrer treuen Seele einfach schuldig! Vielleicht gibt das ein wenig Mut und der "Wolf" kann als "braver und artiger" Hund über die Regenbogenbrücke gehen!
    Liebe Grüße Nicole

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  11. Ach , liebe Nima , das ist schon sehr traurig . Doch solange dein großer Wolf sich nicht quälen muss oder gar Schmerzen hat , würde ich den endgültigen Schritt auch hinauszögern . Mein Charly ist ja auch schon alt , aber es geht ihm noch ganz gut . Sollte mal etwas mit ihm sein , dann wird er sich bestimmt nicht quälen müssen . Mit deinem Hundi wünsche ich dir noch eine lange und schöne Zeit .
    Liebe Grüsse Heike

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  12. Ich musste gestern um 13.00 Uhr meine Katze einschläfern lassen. Ich habe mich zwei Wochen lang gequält, soll ich oder soll ich nicht? Aber ich konnte ihr Leiden nicht mitansehen. Gut, sie war auch 18,5 Jahre alt und schon längere Zeit krank (Arthrose, Nieren, Zähne und Herz). Aber ich wollte sie eigentlich natürlich sterben lassen und habe oft mit meiner Tierärztin telefoniert. Dann fuhr sie für zwei Wochen in den Urlaub. Der Tierarzt kam zu mir nach Hause und sagte, es sei die richtige Entscheidung gewesen. Trotzdem bin ich nun in ein tiefes schwarzes Loch gefallen. Ich vermisse das Leben mit ihr und es tut so unsagbar weh, dass sie nicht mehr da ist. Mein Herz ist voller Tränen und das Leben ohne sie fällt mir sehr schwer. Mein Mann hat kein Verständnis dafür. Bei ihm finde ich keinen Trost. Er will auch irgendwann keine neue Katze mehr haben.
    Ich weiß, wie du dich fühlst.
    Liebe Grüße, Astrid

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  13. Beim Lesen kamen mir echt dir Tränen... es gibt keine Worte für diesen Beitrag. Ausser dass ich der Züchterin viel Kraft wünsche. Der Pit Bull durfte noch eine wunderbare Zeit bei ihr erleben und wird ihr für immer dankbar sein! Es ist nie leicht, ein Tier dass man so lieb hat leiden und dann auch sterben zu sehen. Und trotzdem gehört es zum Leben dazu...
    Euch und eurem Wolf wünsche ich noch viele viele wunderbare Tage, die ihr gemeinsam erleben dürft und die dann für immer im Herzen verankert sind!!
    Ich drücke dich ganz fest! <3
    Liebe Grüsse Alizeti

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  14. Ja, diese Entscheidung ist nicht leicht. Wir hatten auch immer große Angst davor. Am 2. Juli mussten wir sie dennoch treffen. Wir wussten, dass es schlimm werden würde. Aber so schlimm.....das hat uns umgehauen. Richtig umgehauen. Was für ein unheimlicher Schmerz! Was für eine Leere!
    Ich wünsche Euch noch eine lange, schöne Zeit mit Eurem großen Wolf,
    Monika

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  15. Sowas ist immer sehr schwer!! Ich drück dich! GLG dany

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Und das sagst du dazu...

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