Montag, 9. August 2010

Sterblichkeit

Oft bringt einem ein Erlebnis zum Nachdenken – meistens sind es Erlebnisse auf die man eigentlich gern verzichten könnte aber die doch zum Leben dazu gehören.

Der Tod eines nahestehenden Menschen zum Beispiel lässt mich über die eigene Sterblichkeit nachdenken. Vorallem wenn der Mensch noch keine 50 Jahre alt war. Was jetzt nicht heißen soll, dass der Tod älterer Menschen weniger schmerzhaft ist.


Worüber ich nachdenke? Zum Beispiel, dass ich ja dann die Hälfte meiner Lebenszeit schon überschritten habe – der Gedanke ist grausam und natürlich weiß ich nicht wann es einmal bei mir soweit ist – aber trotzdem ist der Gedanke da.

Genauso wie der Gedanke, dass es eigentlich auch in der nächsten Minute soweit sein könnte, morgen, übermorgen oder auch nächstes Monat.

Man liest doch immer wieder „Lebe jeden Tag, als wäre er dein letzter“. Aber ich frage mich: Wer macht das wirklich? Geht das überhaupt? Wie würde das dann aussehen? Wäre ich erbarmungslos ehrlich, weil’s eh schon egal wäre?

Oder würde ich mir denken „Ach darüber ärger ich mich nicht – schließlich bin ich morgen eh nicht mehr da“.

Würde ich allen Menschen, die ich dafür für wichtig genug empfinde, alles sagen, was ich ihnen immer sagen wollte, mich aber nie getraut habe?


Wäre es morgen soweit, ich weiß nicht ob ich sagen könnte, ich habe alles erreicht. Ich kann sicher sagen, ich habe nicht alles erreicht. Aber kann man das eigentlich irgendwann sagen?

Was ich bereuen würde, dass ich es nicht gemacht habe? Verdammt viel. Soviel, dass ich mich gerade frage, wann ich damit anfangen soll es zu erleben. Soviel, dass es mir teilweise Angst macht, dass ich gar nicht die Zeit habe alles zu erleben.

Und ist es eigentlich falsch, wenn ich mir denke, ich fange morgen an es zu erleben? Denn morgen kann schon wieder alles anders aussehen.

Vielleicht sollte ich doch lieber gleich anfangen – eigentlich rede ich gar nicht von großen Dingen wie eine Weltreise. Sondern von kleinen Dingen – Aufmerksamkeiten, liebe Worte, eine Geste. Damit kann ich eigentlich gleich anfangen…denn morgen kann schon wieder alles anders aussehen.


 Vielleicht sollte ich auch aufhören mich über Kleinigkeiten zu ärgern. Denn wirklich wichtig, dass man sich darüber aufregt sind nur wenige Dinge.

Und je länger ich darüber nachdenke umso mehr fällt mir auf, dass da noch jede Menge Arbeit vor mir liegt. Das ich noch lange nicht am Ende meiner Reise angekommen bin, von der ich eigentlich gar nicht weiß wann sie zu Ende geht.

Und ich bin dankbar dafür, dass mich dieses Erlebnis so nachdenklich gemacht hat.

Kommentare:

  1. Ein Danke am Morgen und eine Danke am Abend, das macht schon ganz viel anders. Ich denk das Danke überhaupt ist der Schlüssel.

    Mit einer herzlichen Umarmung
    Alpenrose

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  2. Einmal drücken *knuddel*
    Anfangen darüber nachzudenken ist der erste Schritt in DEINE Richtung :-)
    Herzliche Grüsse, Tumana

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Und das sagst du dazu...

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